BESCHREIBUNG
Zwischen den Schützengräben der Monzoni – mit dem Fahrrad und zu Fuß.
Geografische Lage
Die Monzoni (ladinisch Munciogn) bilden eine Untergruppe der Marmolatagruppe in den Trentiner Dolomiten. Begrenzt werden sie im Westen vom Fassatal, im Süden vom San-Pellegrino-Tal, im Osten von der Auta-Kette und im Norden vom Nikolaustal (Val San Nicolò). Hier verläuft die Alta Via Bruno Federspiel, ein Kammweg, der die Costella-Scharte (Forcella La Costella) mit dem Selle-Pass verbindet.
Wanderung
Der Weg ist luftig und führt hinauf auf die Gipfel des Monzoni-Kamms, von der Costella-Scharte zum Selle-Pass. Er führt mitten hinein in die besondere Welt des Hochgebirgskrieges auf dieser Seite des Fassatals.
Die Alta Via Bruno Federspiel ist anspruchsvoll, sowohl wegen der Gesamthöhenmeter als auch wegen der Länge. Sie verläuft in rauem, ausgesetztem Gelände mit vielen Auf- und Abstiegen. Die Sicherungen sind spärlich und fast alle zwischen dem Spiz de Tariciogn, auch Cima Rizzoni genannt, und der Punta Allochet konzentriert. Die gesicherten Abschnitte weisen keine besonderen technischen Schwierigkeiten auf, wir empfehlen aber trotzdem das Klettersteigset, vor allem für Wenig erfahrene oder wer unter Ausgesetztheit leidet. Viele Passagen am Kamm sind dagegen nicht gesichert: Sie verlangen Vorsicht und eine gewisse Erfahrung. Deshalb gleicht der Federspiel eher einem alpinen Steig als einem Klettersteig. Er ist die ideale Einstimmung auf den Bepi-Zac-Klettersteig. Anders als dieser ist er jedoch viel weniger begangen: Die Runde ist anstrengend und weniger bekannt.
Wir sind im ersten Abschnitt mit dem Fahrrad gefahren und haben so den Fußmarsch deutlich verkürzt. Alternativ kann man in der Vallaccia-Hütte übernachten und die Route auf zwei Tage aufteilen oder den Shuttle nutzen, der die Parkplätze in der Ortschaft „Vidor“ mit der Monzoni-Alm verbindet.
Geschichte und Wissenswertes
Der gesamte Kamm wird von dem gesicherten alpinen Steig überquert, der dem aus Moena stammenden Bergsteiger Bruno Federspiel gewidmet ist.
Auf diesen Gipfeln waren die österreichischen Einheiten des Alpenkorps stationiert. In der Nähe des Selle-Passes sind noch deutliche Spuren ihrer Anwesenheit zu sehen: Reste von Baracken, Kavernen und Artilleriestellungen. Die Gefechte zwischen den beiden Armeen am Kamm begannen Mitte Juni 1915.
Die Monzoni-Hütte Torquato Taramelli (Rifugio Monzoni Torquato Taramelli) wurde am 9. August 1904 eingeweiht. Im Ersten Weltkrieg beherbergte sie ein Kommando der österreichischen Armee, weil die italienisch-österreichische Front am nahen Selle-Pass verlief. Seit 1961 wird sie von der SUSAT, der Universitätssektion der SAT, bewirtschaftet. Zwischen 1994 und 1996 wurde sie renoviert. Die Hütte ist dem bedeutenden Geologen Torquato Taramelli gewidmet.
ROUTE
Mit dem Fahrrad folgt man vom Parkplatz in der Ortschaft Vidor in Pozza di Fassa (1415 m) der Asphaltstraße, passiert die Crocifisso-Alm und fährt hinauf bis zur Monzoni-Alm (1862 m). Hier lässt man das Fahrrad stehen und geht zu Fuß weiter auf dem Weg Nr. 624 bis zur Vallaccia-Hütte (2275 m), dann zur Costella-Scharte (2510 m).
Hier beginnt die Alta Via Bruno Federspiel, Weg Nr. 616. Sie führt über die Cima Malinverno (2630 m), die Ricoletta-Scharte (2240 m), den Spiz de Tariciogn bzw. die Cima Rizzoni (2647 m), die Punta Allochet (2582 m) und die Punta delle Selle (2593 m) zum Selle-Pass (2528 m) und zur gleichnamigen Hütte. Hier endet die Alta Via.
Man steigt durch das Selle-Tal (Val delle Selle) auf dem Weg Nr. 604 ab, vorbei am Selle-See (Lago delle Selle, 2230 m), bis zur Monzoni-Hütte Torquato Taramelli (2046 m). Von der Hütte geht man zur Monzoni-Alm (1862 m) und fährt mit dem Fahrrad auf derselben Straße wie auf dem Hinweg zurück.
Zu Fuß gehen: 12 km, 7:30 Std., 1215 Höhenmeter
Mit dem Fahrrad: 8 km, 0:35 Std., 445 Höhenmeter
AUSFLUGSDATUM
27. September 2026
START DER TOUR
Pozza di Fassa in der Ortschaft Vidor
EINKEHRMÖGLICHKEIT
Vallaccia-Hütte, Selle-Pass-Hütte und Taramelli-Hütte
Tipp des AUTORS
Vor allem wer kein erfahrener Wanderer ist, sollte die Klettersteigausrüstung tragen.
SICHERHEITSHINWEISE
Die Begehbarkeit der vorgeschlagenen Route unterliegt, wie die gesamte Berglandschaft, Veränderungen durch Naturereignisse und Wetterbedingungen. Informieren Sie sich daher vor dem Start bei den zuständigen Tourismusbüros und/oder den Hütten vor Ort.
Unsere GPX-Tracks sind nur Anhaltspunkte: Die Tour wurde bestmöglich unter den Weg- und Wetterbedingungen jenes Tages absolviert. Beurteilen Sie daher stets vor Ort, wie Sie vorgehen.
Beurteilen Sie die Route außerdem nach Ihrer körperlichen Verfassung, Ihrem Trainingsstand und der Ausrüstung, über die Sie verfügen.
Es empfiehlt sich, jemandem mitzuteilen, welche Route Sie vorhaben.
Denken Sie daran: Die Notrufnummer lautet 112.
AUSRÜSTUNG
Es wird empfohlen, die Ausrüstung mitzuführen, die für die Route, die Wetterbedingungen und die Jahreszeit geeignet ist: Wind- und/oder Regenjacke, Karte und/oder GPS-Gerät, Sonnenbrille, Sonnencreme, Bergschuhe, Erste-Hilfe-Set, spezielle Bekleidung, Handschuhe, Rucksack mit Verpflegung und Getränken.
KARTENEMPFEHLUNGEN DES AUTORS
Tabacco 06 Val di Fassa e Dolomiti Fassane
INTERESSANTE LINKS
https://www.fassa.com/it/servizi/navetta-val-monzoni
ANFAHRT
In Pozza di Fassa nimmt man die Straße ins Nikolaustal (Val San Nicolò) und fährt weiter bis zur Ortschaft Vidor, wo man parken kann.
PARKPLATZ
In Pozza di Fassa in der Ortschaft Vidor
GPS-Koordinaten: 46.419882, 11.707066