BESCHREIBUNG
Pisciadù und Boè: eine Reise ins steinerne Herz der Sella.
Geografische Lage
Die Sellagruppe ist ein Dolomitenmassiv, das von den Tälern Grödner Tal, Gadertal, Fassatal und Livinallongo umrahmt wird. Charakteristisch ist die weite, hochgelegene Hochebene, aus der ihr höchster Gipfel, der Piz Boè, mit 3152 Metern emporragt.
Wanderung
Die Durchquerung der Sellagruppe von Nord nach Süd ist eine der klassischen Touren im Dolomitengebiet. Sie erfordert eine gute Kondition aufgrund der beträchtlichen Höhenunterschiede sowie Trittsicherheit auf Schotter, ausgesetzten Passagen und versicherten Abschnitten. Auf letzteren, besonders für weniger Geübte, empfiehlt es sich, ein Klettersteigset mitzuführen, um sich an den Seilen entlang der Strecke sichern zu können.
Wer eine größere Herausforderung sucht, kann auf zwei Gipfel abzweigen, die Cima Pisciadù und den Piz Boè: zwei Varianten, die den Aufstieg verlängern und den Gesamthöhenunterschied erhöhen, aber noch weitläufigere Blicke über die Gruppe bieten.
Die Sellahochebene mit ihrer Weite aus Fels und Schotter erinnert wirklich an eine Mondlandschaft.
Entlang des gesamten Weges eröffnet sich eine hervorragende Aussicht auf die umliegenden Dolomitengipfel.
Geschichte und Wissenswertes
Die Franco-Cavazza-Hütte am Pisciadù wurde 1903 von der Sektion Bamberg des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins (DuÖAV) unter dem Namen Bamberger Hütte erbaut, im Ersten Weltkrieg beschädigt und 1924 wiederhergestellt. In den 1940er Jahren ging sie an die Sektion Bologna des CAI über, die sie 1942 nach Graf Franco Cavazza benannte, einem Mitglied des CAI Bologna und Leutnant der Alpini des Bataillons Gemona, der während des Italienfeldzugs in Griechenland gefallen war.
Auch die Boè-Hütte teilt das typische Schicksal der ersten Dolomitenstützpunkte: Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom D.Ö.A.V., Sektion Bamberg, unter dem ursprünglichen Namen Bamberger Hütte am Boè errichtet. Der Erste Weltkrieg hinterließ sie verwüstet, und 1921 ging sie an die Società degli Alpinisti Tridentini (SAT) über. Die SAT baute sie um und nahm sie 1924 wieder in Betrieb – mit dem Namen, den sie bis heute trägt: Rifugio Boè. In den folgenden Jahrzehnten wurde sie mehrfach erweitert, bis hin zu den jüngsten Arbeiten, die ihre Struktur erneuert haben.
ROUTE
Vom Grödner Joch (2121 m) nimmt man den Weg 666 und steigt durch das Val Setus hinauf zur Franco-Cavazza-Hütte am Pisciadù (2587 m) und zum Pisciadù-See. Weiter auf dem 666 erreicht man die Forcella d'Antersass (2839 m), steigt auf den Antersass (2906 m) und gelangt zur Boè-Hütte (2873 m). Von hier aus führt der Weg 638 weiter, und vorbei an der Forcella-Pordoi-Hütte (2848 m) geht es hinab zum Pordoijoch (2239 m).
AUSFLUGSDATUM
6. September 2026
START DER TOUR
Grödner Joch
EINKEHRMÖGLICHKEIT
Franco-Cavazza-Hütte am Pisciadù, Boè-Hütte und Forcella-Pordoi-Hütte
Tipp des AUTORS
Für alle, die keine Erfahrung mit versicherten Passagen haben, empfehlen wir die Verwendung eines Klettersteigsets.
SICHERHEITSHINWEISE
Die Begehbarkeit der vorgeschlagenen Route unterliegt, wie die gesamte Gebirgsmorphologie, umweltbedingten Veränderungen durch Naturereignisse und Wetterbedingungen. Informiert euch daher vor dem Aufbruch bei den zuständigen Tourismusämtern und/oder den Stützhütten.
Unsere GPX-Tracks dienen nur als Orientierung, das heißt, die Tour wurde unter den bestmöglichen Bedingungen der Wege und des Wetters an jenem Tag durchgeführt. Beurteilt also immer vor Ort, was zu tun ist.
Denkt außerdem daran, die Route entsprechend eurer körperlichen Fähigkeiten, eures Trainingszustands und eurer Ausrüstung einzuschätzen.
Es ist ratsam, jemandem eure geplante Route mitzuteilen.
Denkt daran, dass die Notrufnummer 112 ist.
AUSRÜSTUNG
Es wird empfohlen, eine den Anforderungen der Strecke, den Wetterbedingungen und der Jahreszeit angepasste Ausrüstung mitzuführen: Wind- und/oder Regenjacke, Karte und/oder GPS-Gerät, Sonnenbrille, Sonnencreme, Bergschuhe, Erste-Hilfe-Set, spezifische Kleidung, Handschuhe, Rucksack mit Verpflegung und Getränken.
KARTENEMPFEHLUNGEN DES AUTORS
Tabacco 07 - Alta Badia - Arabba - Marmolada
INTERESSANTE LINKS
https://www.rifugioboe.it/
ANFAHRT
Autobahn A22, Ausfahrt Egna/Ora. Der Staatsstraße SS48 delle Dolomiti bis zum Pordoijoch folgen.
PARKPLATZ
Gebührenpflichtig am Grödner Joch
GPS-Koordinaten: 46.549138, 11.806037