BESCHREIBUNG
Zwischen Gipfeln und Wildbächen: die Rundwanderung um die Sattelspitze im Naturpark Texelgruppe.
Geografische Lage
Die Lodnerhütte (2259 m) und die Sattelspitze (2428 m) befinden sich in Südtirol, im Herzen des Naturparks Texelgruppe, im Zieltal. Der Park erstreckt sich über den westlichen Teil der Provinz Bozen und umfasst die Gemeinden Partschins, Naturns, Algund, Dorf Tirol, Schnals, Riffian, St. Martin und Moos in Passeier. Die Rätischen Alpen bilden den Rahmen für ein Gebiet, das von den submediterranen Tallagen bis in die hochglazialen Regionen reicht und eine außergewöhnliche Vielfalt an Lebensräumen bietet.
Die Wanderung
Die Wanderung ist anspruchsvoll und ausschließlich für erfahrene, gut trainierte und schwindelfreie Bergwanderer geeignet. Der technisch anspruchsvollste Abschnitt ist der Franz-Huber-Steig (Weg Nr. 7B), der entlang eines hochgelegenen Grates mit zahlreichen exponierten Passagen und einigen mit Ketten und Trittstiften gesicherten Stellen verläuft und einen trittsicheren Gang sowie gute Bergerfahrung erfordert.
Der Weg belohnt die Anstrengung reichlich: Vom Gipfel der Sattelspitze eröffnet sich ein außergewöhnlicher Blick auf Meran, das Etschtal bis hinunter nach Bozen, auf die Dolomiten des Fassatals und die hohen Gipfel der Texelgruppe. Auf der gesamten Route ist das Wasser ein ständiger Begleiter: Bäche, Wildwasser und Wasserfälle säumen jeden Abschnitt des Weges.
Wer die körperliche Anstrengung reduzieren möchte, kann die Tour auf zwei Tage verteilen und in der Lodnerhütte übernachten. Entlang des Weges gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten: die Tablander Alm, die Lodnerhütte, die Zielalm und die Nasereit-Hütte bieten die Gelegenheit, sich mit typisch Südtiroler Spezialitäten zu stärken, bevor es weitergeht.
Geschichte und Wissenswertes
Der Name Sattelspitze beschreibt treffend die Morphologie des Gipfels: Die Spitze erhebt sich über einem ausgeprägten Sattel, entsprechend der typischen alpinen Namensgebung germanischen Ursprungs, die die Form des darunterliegenden Geländes widerspiegelt.
Der Franz-Huber-Steig ist nach dem Meraner Bergsteiger Franz Huber (1875–1941) benannt, einem leidenschaftlichen Erforscher der Texelgruppe und einer herausragenden Persönlichkeit der Sektion Meran des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuOeAV). Er trug maßgeblich zur Entwicklung des lokalen Wegenetzes bei, und der nach ihm benannte Weg bewahrt sein Andenken auf einem der landschaftlich reizvollsten Wege des gesamten Massivs.
Die Lodnerhütte blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Sie wurde 1891 von der Sektion Meran des DuOeAV erbaut; bereits 1894 wurde sie erweitert und 1908 ein völlig neues Gebäude eröffnet. Die Hütte wurde bis 1923 vom deutsch-österreichischen Alpenverein geführt, dann enteignet und 1924 dem Club Alpino Italiano (CAI) übergeben. In der Nähe der Hütte steht eine kleine Kapelle, die 1933 vom damaligen Hüttenwirt Anton Raffeiner, genannt Wirt's Toni, erbaut wurde und an die heute eine Gedenktafel erinnert. Heute wird die Hütte von der Autonomen Provinz Bozen verwaltet, unter paritätischer Beteiligung von CAI und AVS.
Der Naturpark Texelgruppe, in dem die gesamte Wanderung stattfindet, wurde 1976 gegründet und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 800 bis über 3600 m Höhe, wobei fast alle Vegetationszonen Südtirols vertreten sind. Das Motto des Parks – Vom Wasser und vom Licht – fasst die Identität einer Landschaft treffend zusammen, die von Wildbächen, Wasserfällen und intensiver Sonneneinstrahlung geprägt ist.
ROUTE
Vom Parkplatz der Nasereit-Hütte (1402 m) folgt man der asphaltierten Straße entlang des Wanderwegs 8B. Bei Erreichen des Steiner-Hofs (1443 m) beginnt der eigentliche Wanderweg: Zuerst steigt man auf Weg 24A, dann auf Weg 24 bis zur Tablander Alm (1788 m). Von hier aus nimmt man den Weg 1, der bis zur Einmündung in den Franz-Huber-Steig (2200 m), Weg 7B, führt. In westlicher Richtung gelangt man zur Abzweigung zum Gipfel der Sattelspitze (2428 m). Nach der Rückkehr zur Abzweigung folgt man dem Franz-Huber-Steig 7B bis zur Lodnerhütte (2259 m). Die Rückkehr erfolgt über den Weg Nr. 8, mit einem Zwischenstopp an der Zielalm (2200 m) und an der Nasereit-Hütte (1523 m).
AUSFLUGSDATUM
14. Juni 2026
START DER TOUR
Parkplatz der Nasereit-Hütte
EINKEHRMÖGLICHKEIT
Tablander Alm, Lodnerhütte und Nasereit-Hütte
TIPP DES AUTORS
Zeiten unmittelbar nach starken späten Schneefällen meiden.
SICHERHEITSHINWEISE
Die Begehbarkeit der vorgeschlagenen Route unterliegt, wie die gesamte Bergmorphologie, Umweltveränderungen durch Naturereignisse und Wetterbedingungen. Informiert euch daher vor dem Start bei den zuständigen Tourismusämtern und/oder den jeweiligen Schutzhütten.
Unsere GPX-Tracks dienen nur zur Orientierung, d.h. die Tour wurde unter den besten Bedingungen der Wege und des Wetters an diesem Tag durchgeführt. Beurteilt die Situation daher immer vor Ort.
Denkt auch daran, die Tour entsprechend eurer körperlichen Fähigkeiten, eurem Training und der verfügbaren Ausrüstung einzuschätzen.
Es ist ratsam, jemandem eure geplante Route mitzuteilen.
Die Notrufnummer ist 112.
AUSRÜSTUNG
Es wird empfohlen, eine der Route, den Wetterbedingungen und der Jahreszeit entsprechende Ausrüstung mitzuführen: wind- und/oder regenfeste Jacke, Karte und/oder GPS-Gerät, Sonnenbrille, Sonnencreme, Bergschuhe, Erste-Hilfe-Set, geeignete Kleidung, Handschuhe, Rucksack mit Verpflegung und Getränken.
KARTENEMPFEHLUNGEN DES AUTORS
Tabacco 011 MERAN UND UMGEBUNG
INTERESSANTE LINKS
http://lodnerhuette.com/it/
ANFAHRT
Von Meran aus nimmt man die SS38 in Richtung Reschenpass. In Töll biegt man rechts ab und fährt etwa einen Kilometer bis zum Ort Partschins. Hier folgt man der Beschilderung Partschinser Wasserfall. An der Abzweigung Tabland biegt man rechts in die Tablander Straße ein und folgt dieser bis zum Parkplatz (etwa 6 km).
PARKPLATZ
Kostenloser Parkplatz an der Nasereit-Hütte
GPS-Koordinaten: 46.698362, 11.042917